Stifter der Tafel Sparkasse Arnstadt Ilmenau

Einweihung 15.8.1995

Die Tafel wurde auf Initiative des Heimatgeschichtlichen Vereins Ilmenau angebracht.

Entwurf Claudia Fiala, Silke Leisner,


Beim Heizungsbau 1996/1997 wurden im  Kircheninnenraum archäologische Grabungen durchgeführt. Dabei stellte man erstmals fest, dass die Kirche, wie sie heute besteht, nicht nur auf den Mauern des 1752 abgebrannten gotischen Kirchenbaus steht. Es wurden noch zwei weitere Vorgängerbauten aus dem
12. und 14. Jahrhundert nachgewiesen.

Das Aussehen der Kirche ist durch den vielfachen Wiederaufbau geprägt, bei dem immer wieder auf vorhandenes zurückgegriffen wurde. Nach Untersuchungen des Restauratorenhofes Mellingen 1995 an der Außenhaut der Kirche sind  heute noch große Teile der mehrmals abgebrannten gotischen Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert nachzuweisen. Nur der Turmaufbau, erst einige Jahre später als das Kirchenschiff wiederhergestellt, zeigt sich klar im barocken Stil. 

  Baumeister Gottfried Heinrich Krohne (siehe dazu Tafel Rokokoschloss), der den Plan für den Wiederaufbaus Ilmenaus nach dem großen Brand 1752 entwarf, erstellte auch ein Gutachten über den baulichen Zustand der zerstörten Kirche. Da das Geld knapp war, wurde der Wiederaufbau der Kirche zurückgestellt. Erst 1760 nahm Herzogin Anna Amalia sich der Sache an und bestimmte
August Friedrich Straßburger zum Architekten. Ob Krohnes Pläne beim Wiederaufbau eine Rolle spielten ist nicht bekannt. 

1926 wurde am Turm ein Kriegerdenkmal errichtet, welches aber nach dem zweiten Weltkrieg entfernt wurde. Noch heute kann man seine Umrandung sehen. In ihr befindet sich ein Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege.

 

Bild nach dem 2. Weltkrieg

 

Innenraum mit  Bemalung von 1898

Über die Gestaltung des Innenraums der gotischen Vorgängerkirche ist nichts bekannt. Bei den  Bränden 1603, 1624 und 1752 wurde immer das ganze Inventar, die Orgel sowie der Turm mit Glocken und Uhr zerstört.
Beim Wiederaufbau 1761 gestaltete man den Innenraum im barocken Stil. Die erste Farbgebung war weiß.
1898 wurde die Kirche im Jugendstil ausgemalt. 1961 kehrt man wieder zu klaren Farben zurück und auch bei der Renovierung 1992/93 wurde die helle Farbgestaltung beibehalten. Der Innenraum wird durch die zweigeschossigen Emporebauten geprägt. Die Walcker-Orgel befindet sich auf der Westempore. Sie wurde 1911  eingeweiht und 1993 restauriert. Taufstein, Altar und der prunkvolle Kanzelaufbau sind linear angeordnet. Heute befindet sich auf dem Altar ein um 1500 entstandenes Abendmahlschnitzwerk.


Werk der Kirchturmuhr

 

 

1995 gründete sich der Verein "Förderkreis Stadtkirche e.V.", mit dem Ziel  Spendengelder für die Sanierung der Außenfassade der Kirche zu sammeln. Seit 2006 erstrahlt die Kirche wieder in neuem Glanz.

 

 

 

  

Bild 2010

verwendete und empfohlene Literatur

P. Bleisch
Bilder aus Ilmenaus Vergangenheit
1910

Autorenkollektiv
Ilmenau Bilder zur Geschichte einer Stadt 1998

K. Mertens
Die Stadtkirchen in Thüringen
1982

H.Winter
Die Entwicklung des Ilmenauer Baugeschehens
2009

Artikel 
Henne Nr.107
vom 22.9.1995

 

Fürst Georg Ernst hatte schon zu Lebzeiten seines Vaters Wilhelm VII. Grafen von Henneberg die Regierung übernommen. Er trat 1544 zur evangelischen Lehre über. Schon 1543 hatte er den Theologen  Johann Forster aus Wittenberg zum Aufseher aller Hennebergischen Kirchen gemacht. Dieser war von Luther beauftragt die Reformation im Hennebergischen Land einzuführen. 

Zur 350 Jahrfeier der Reformation in Ilmenau wurde ein Lutherfestspiel von jungen Gemeindemitgliedern aufgeführt. Es war ein großer Erfolg  und mit den Einnahmen wurde die Laterne mit den Bildnis Luthers und Forsters finanziert und 1894 auf dem Kirchplatz aufgestellt.

Bis 1603 war der heutige Kirchplatz der Friedhof der Stadt.

 

Bild 2010


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