Stifter der Tafel Ilmenauer Stadtrat

Einweihung 6.7.2005

Die Tafel wurde auf Initiative des Heimatgeschichtlichen Vereins Ilmenau angebracht.

Entwurf Silke Leisner, Reinhard Döring

 

Der Dreißigjährige Krieg hatte den Bergbau in Ilmenau ein Ende gesetzt, doch 1684 kam es auf Initiative der sächsischen Fürsten zu einem Neuanfang. Sie belehnten den Herrn von Uttrodt mit den Bergwerken auf der Sturmheide, später erhielt dieser auch die Direktion für die Rodaer Werke. Die ganze zweite Periode des Ilmenauer Bergbaus war von Geldmangel gekennzeichnet. Zwar förderte man viel Kupfer und Silber, doch der Abbau war viel zu teuer. Der Erhalt der Schächte, der künstlichen Teiche und Wassergräben zum Antrieb der Wasserräder verschlangen Unsummen. Berghauptmann Uttrod schaffte immer neues Geld heran und so wuchsen die Schulden.
Die Münze in Ilmenau wurde also 1691 nicht nur gebaut, um das Silber zu verarbeiten, sondern weil man mit dem Schlägelschatz (Aufschlag für das Prägen einer Münze) den Bergbau retten wollte. Münzmeister Sebastian Altmann errichtete auf eigene Kosten die Prägestätte, durch den Gewinn aus dem Schlägelschatz sollte sich seine Investition lohnen. Um möglichst viel zu erwirtschaften, wurde ihm erlaubt Silber zuzukaufen. Nach Bleisch wurden geprägt 16-Groschenstücke, 2-Groschenstücke und 3-Groschenstücke.
1693 kamen Ilmenauer Ausbeutetaler dazu. Diese wurden pro Quartal an die Gewerke (Besitzer der Kuxe, Anteilseigner des Bergwerks) gezahlt. Sie sollten die Hoffnung auf Gewinn wach halten, den für die Kuxebesitzer bestand eine Zubußpflicht.
Das heißt sie wurden ständig zu weiteren Zahlungen
für die Bergwerke herangezogen.

Darüber schreibt  Bleisch: "Dass es überhaupt keine wirkliche Ausbeute war, erhellt daraus, daß man zur Ausbeute Geld meist borgte."


 Hat man allerdings heute einen der Ilmenauer Ausbeutetaler, so ist ein Gewinn ziemlich sicher.


1702 wurde die Münzstätte geschlossen, 1703 starb Sebastian Altmann. Die Schließung lag nicht am fehlenden Silber,
denn gefördert wurde weiter. Das Ende der 2. Periode des Ilmenauer Bergbaus begann erst 1739 mit dem Dammbruch
des großen Freibachteiches. Das unkontrolliert einströmende Wasser verursachte große Schäden an den Bergwerksanlagen
und da man kein weiteres Geld auftreiben konnte,
kam der Bergbau zum erliegen.

 

   Wahrscheinlich hat es schon früher in Ilmenau eine Münze gegeben, so geht es doch in der Urkunde von 1273, mit der umstrittenen Ersterwähnung von Ilmenau, um die Bevorzugung der Münzstätte in "Ilmina" durch die Grafen von Käfernburg.

 

 


Münzen aus der Ilmenauer Münze
Bleisch 1910

  

Links:

Mitte:
Rechts:  

Ausbeutetaler mit unterirdischen
Bergwerksanlagen 1698
Wilhelm Ernst- Denkmünze 1697
Zweidrittel-Talerstück von 1698

 


Bild GoetheStadtMuseum

Ansicht der Rückseite der mittleren Münze mit oberirdischen Bergwerksanlagen 

 

 

verwendete und empfohlene Literatur

J. C. W. Voigt
Geschichte des Ilmenauer Bergbaus 1821

P. Bleisch
Bilder aus Ilmenaus Vergangenheit
1910

Otfried Wagenbreth
Goethe und der
Ilmenauer Bergbau
1983

Autorenkollektiv
Ilmenau Bilder zur Geschichte einer Stadt 1998

Artikel
Thüringer Allgemeine
vom 7.7.2005

 

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